Der große

Zustandsbericht zur Lage im Familienrecht

in Deutschland 2020 / 2021


6. Unzensiert authentisch— Betroffenen eine Stimme geben

Wir haben im Vorstand intensiv diskutiert, ob wir diesen Block in den Zustandsbericht aufnehmen. Die Zweifel formulierten sich in Fragen, wie wir in der Politik, in den Medien, bei Fachleuten oder auch in der Gesellschaft wahrgenommen werden und wahrgenommen werden wollen. Wie vertragen sich Betroffenenberichte mit dem eigenen Anspruch an Neutralität und unaufgeregte Zusammenfassung?

 

Letztendlich sind wir als „Papa Mama Auch“ unserem Leitbild verpflichtet und verstehen uns als Akteure im Sinne unserer Kinder nach Trennung und Scheidung.

In der täglichen Beobachtung stellen wir fest, dass das Leid der Betroffenen in der Politik sehr gefiltert ankommt. Das ist unter professionellen Aspekten gut und richtig so, denn eine sachliche Betrachtung auch von Problemen soll für gute und pragmatische Ergebnisse sorgen, die von der gesellschaftlichen Mitte mehrheitlich mitgetragen wird. Wo ein Problem zunehmend an Ernsthaftigkeit gewinnt und Lösungen von der Politik nicht in ausreichendem Maße entwickelt werden, kann es jedoch geboten erscheinen, deutlicher auf die drängendsten Probleme hinzuweisen.

 

Mehr als 120 Wordseiten an Betroffenenberichten haben uns im Zusammenhang mit der Umfrage erreicht. Viele Berichte zeugten von Wut und Hilflosigkeit, von Sorgen und Verzweiflung. Die absolute Mehrheit dieser Berichte konnten von uns — nicht zuletzt auch aus Platzgründen — nicht berücksichtigt oder verarbeitet werden.

 

Dennoch sind es die Sorgen der Bürger, der Eltern dieses Landes. Sie legen auf ihre Art den Finger in eine Wunde unseres Familienrechts und der Kinder– und Jugendhilfe in Verbindung mit Trennung und Scheidung.

 

Am Ende ist es uns ein Bedürfnis, in diesem „Bereich 6“ Betroffenen unzensiert und authentisch eine Stimme zu geben. 


17-09-10-39

Guten Tag, meine Erfahrungen sind in der Familienpolitik negativ. Ich möchte nie wieder ein Kind haben. Es bringt nichts nach einer Trennung. Meine Tochter ist nun 6 Jahre alt und ich weiß nichts über sie. War drei Mal vor Gericht und wollte nur Vater sein, sprich gemeinsame Sorge und alle 14 Tage und einmal in der Woche die Betreuung übernehmen. Keine Chance, wenn die Kindesmutter nicht möchte. Das Jugendamt möchte gerne, dass man sich ein Mal im Monat trifft zum Reden. Aber die Kindesmutter möchte nicht. Sie möchte gar nichts. Geld möchte die Mutter. Aber Informationen bekommt man nicht. Das ist unsere Politik.

 

04-08-21-28

In sieben Jahren habe ich immer versucht, alles richtig zu machen, damit ich die Kinder sehen kann. Kleine Vergehen wurden mit Entzug geahndet.

Es gibt fast nichts, was ich nicht Schlimmes angeblich gemacht hätte. Die Kinder erzählten mir die wildesten Geschichten über mich und mein Leben, was ihnen ihre Mutter implizierte. Ich wurde in dieser Zeit rund um die Uhr reduziert und erniedrigt. Ich werde trotzdem nicht aufgeben.

 

23-08-14-27

Eltern-Kind-Entfremdung ist eine Gehirnwäsche bei den Kindern, die surreale Wut und Ablehnung gegenüber dem entfremdeten Elternteil hervorruft. Ich musste mich entscheiden, ob ich mich aufgebe oder meine Tochter. Ich habe sie verloren.

 

27-08-15-53

Die scheidungs- und trennungsbegleitenden Institutionen habe ich im schlechtesten Falle als Verstärker und Unterstützer des entfremdenden Elternteils wahrgenommen. Im besten Fall eher als uninteressiert oder hilflos. Vornehmlich daran interessiert, dass "Ruhe" einkehrt, wobei diese Ruhe die Grabesstille der Eltern-Kind-Beziehung ist.

 

26-08-07-50

Ein schlimmer Albtraum, wenn Wahrheiten zu Lügen werden und Lügen zu Wahrheiten. Und als Ergebnis davon die Kinder sich in Ihrem Wesen von einst hingezogen zum Vater und liebevoll zu hasserfüllten Instrumenten von purer Rachsucht entwickeln. 2 Vermittlungsverfahren, Familienberatung, Mediation bis hin zum OLG. Alles hat dem wichtigsten Ziel, nämlich wieder ein normales Verhältnis zu den Kindern zu haben, leider nicht genutzt, da die Entfremder erkannt haben, dass sie es einfach nur aussitzen müssen.

 

05-09-22-49

Meine Wahrnehmung als Angehöriger ist, dass das Kind zu viel Mitspracherecht hat und der entfremdete Elternteil keine Chance bekam. Wenn das Kind den entfremdeten Elternteil nicht sehen will, dann muss es nicht. Es wurde auch eine Annäherung zwischen Mutter und Kind in keinster Weise von irgendeiner Stelle unterstützt oder gefördert.

 

04-08-19-46

Schon vor Beginn des ganzen Prozesses der Trennung stand das Ergebnis fest. Als Vater war mir ausschließlich die Rolle als Zahlvater zugedacht. Der offensichtliche Missbrauch der Kinder durch die „Mutter“ wurde von allen Beteiligten ignoriert. Rollenbilder aus dem letzten Jahrhundert, eine prominente Anwaltskanzlei und wirtschaftliche Interessen der Beteiligten besiegelten das Schicksal für meine Kinder und mich.

 

Obwohl ich mich nie etwas als Vater hatte zu Schulden kommen lassen - was selbst die „Mutter“ nicht behauptete - wurde ich entsorgt.

 

19-09-17-09

Bei Trennung braucht die Exfrau nur Behauptungen aufstellen, sodass das Gericht bis zur Prüfung des Sachverhaltes ein Umgangsverbot verhängen kann. Dann, wenn die Unschuld bewiesen wurde, (vergehen Monate) heißt es: "Ja, Sie haben recht, aber es besteht eine Kontinuität des Kindes zur Kindsmutter und Ihr Kind will Sie nicht sehen (da entfremdet) und zwingen können wir Kinder nicht, denn dies würde sie schlichtweg stark belasten".

 

17-09-09-31

Meine Exfrau hat jegliche Mediation bzw. jede vom Gericht vorgeschlagene Hilfe (Kinderschutzbund, psychologische Beratung / Hilfe etc.) abgelehnt. Gericht meinte: "es kann niemand gezwungen werden".

 

Anwalt hat mir zu einem Gutachten geraten. Habe ich abgelehnt, weil ich mir das teure Gutachten laut Gericht und VB und Jugendamt an die Wand hätte nageln können. Das Sorgerecht hätte ich nicht bekommen und somit hätte sich die Situation nicht geändert. Meine Ex- Frau hat aktive Kindesentfremdung begangen.

Selbst in Beisein unserer Tochter hat sie meine Begrüßung vorm Gerichtsgebäude nicht erwidert.

 

Selbst die Begründungen meiner Tochter für den Kontaktabbruch waren 1:1 die Worte meiner Ex- Frau. Unfassbar, wieviel Dreck plötzlich von der eigenen Tochter über einen ausgeschüttet wird.

 

Meine Exfrau hat Verfahrenshilfe bekommen, ich musste alles aus eigener Tasche bezahlen. Obwohl sie mit Trennungsunterhalt genauso viel netto wie ich hatte. Mit Kindesunterhalt sogar mehr. Dies ist mittlerweile ihr zweites Kind, welches vom Vater entfremdet wird.

 

Bei der Tochter aus ihrer ersten Ehe hat die Mutter das gleiche Spiel abgezogen. Der Vater ihrer ersten Tochter hat seit über 15 Jahren keinen Kontakt zu seiner Tochter. Ich hoffe, mir ergeht es nicht ebenso mit meiner Tochter. 

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