Der große

Zustandsbericht zur Lage im Familienrecht

in Deutschland 2020 / 2021


5. Berichte ehemals entfremdeter Kinder

Diese Berichte erforderten ein Höchstmaß an Sensibilität. Alle Teilnehmer sind persönlich befragt und auch begleitet worden, weil es für betroffene ehemals entfremdete Kinder häufig auch eine massive Belastung ist, über die Vergangenheit zu sprechen. Es gab Teilnehmer, denen am Ende die Kraft fehlte, teilzunehmen, obwohl sie wollten.


Fall 1

Wie alt warst Du damals und woran kannst Du dich erinnern?

Ich habe bruchstückhafte Erinnerungen an meinen Vater, da ich zur Zeit der Trennung erst ca. 2,5 Jahre alt war und mein Vater vorher zur Armee musste. In der Zeit, wo er bei der Armee (NVA) war, hat meine Mutter sich getrennt bzw. einen neuen Partner gefunden. Ich habe meinen Vater ab und zu mal zufällig gesehen, da er nicht weit von uns gewohnt hatte. Angesprochen habe ich ihn nie, da ich ja durch die Erzählungen meiner Mutter davon ausging, dass er böse ist. Meine Mutter sagte er wäre Alkoholiker, gewalttätig (habe sie geschlagen und eingesperrt) und habe versucht mich ihr wegzunehmen. Ich habe ab und zu mal mitbekommen, wie sich meine Mutter mit anderen Leuten über ihn unterhalten hat. Innerhalb der Familie wurde das Thema nicht angesprochen oder zumindest habe ich keine Erinnerungen daran.

 

Wie ging es Dir in den Jahren deiner Kindheit, Jugend, Erwachsenenzeit?

Ich habe ihn ausgeblendet, außer wenn ich Gespräche meiner Mutter über ihn gehört habe oder ihn zufällig gesehen hatte. Ich hatte kein Interesse, ihn zu treffen bzw. kennen zu lernen. 2012 hat mich eine Tante angeschrieben, ob ich ihm denn nicht eine Chance geben wolle. Das hatte ich ignoriert. Heute weiß ich, dass er immer wieder versucht hatte, mich zu kontaktieren, was bei mir nie ankam. Ich selber bin eher ein Querulant und hatte in der Vergangenheit massive Probleme mit Regeln, egal von wem oder woher. Heute weiß ich, dass ich still gelitten habe, da ich einen Teil von mir für mich abgespalten hatte. Meine Mutter sagte immer zu mir, wenn wir Streit hatten, „ich sei wie mein Vater“. Das tat weh und ich habe mich selber dafür gehasst und keine Gefühle/Emotionen zulassen können. Egal ob positiv oder negativ. Ganz schlimm war es für mich, wenn ich mit jemanden Streit hatte und wütend wurde. Dann musste ich immer weglaufen, denn ich hatte Angst davor, unkontrolliert gewalttätig zu werden wie mein Vater. Obwohl ich nie gewalttätig gegen Menschen oder Tiere gewesen bin, hatte ich Angst davor, dass es aus mir herausbricht. Ich habe mich dafür gehasst, so etwas in mir zu tragen. Ich habe alles unterdrückt, in mich hinein gefressen und bin oft unter diesem enormen inneren Druck zusammengebrochen. Mit Anfang 20 wurde ich (wie ich heute weiß, aufgrund des inneren Drucks) an zwei Bandscheiben operiert, da mein Rücken unter dem Druck nachgegeben hatte und ich zweitweise keine Kontrolle mehr über meine Beine hatte. Ein Großteil dieser Erkenntnisse habe ich gewonnen, als ich 2003 in einer psychosomatischen Reha war. Dort hatte es mein Therapeut geschafft, mich an meine Wut zu bringen und ich habe mit Boxhandschuhen auf einen Sandsack eingeschlagen, bis mir alle Fingerknöchel aufgeplatzt sind.

 

Gab es ein Wiedersehen und wie kam das zustande?

Ich bekam Anfang 2014, im Alter von 38 Jahren, einen Anruf von meinem Vater. Er hatte meinen Namen mit meiner Telefonnummer im Internet gefunden, da ich eine Anzeige aufgegeben hatte. Ich habe dann noch ca. 8 Monate gebraucht, bis ich mich mit ihm treffen konnte bzw. wollte. Er wollte mir alles erzählen, die Streitigkeiten mit meiner Mutter, die Gerichtsbeschlüsse usw. Das Alles hat mich nicht interessiert. Ich wollte wissen wer er ist, was er gemacht hat, wie er gelebt hat. Als er mir das alles erzählte, habe ich gemerkt, dass er gar nicht dieses Monster ist, den meine Mutter mir immer geschildert hatte. Auch meine Großeltern (mütterlicherseits), die ich nach dem Gespräch mit ihm aufgesucht hatte, haben mir das bestätigt. Ich hatte schon länger Zweifel an den Aussagen meiner Mutter und da bekam ich sie bestätigt. Danach begann für mich eine Art Rehabilitation. Ich habe meinen Vater angenommen und dadurch den Teil in mir, der mein Vater ist. Ich konnte nach und nach innere Ruhe finden, mich akzeptieren wie ich bin und kam mit mir ins Reine. Ich bin wer ich bin und das ist gut so.

 

Was glaubst Du, hat es mit Dir gemacht?

Ich hatte schon, soweit ich zurückdenken kann, Verlustängste. Ich kam nicht damit klar, verlassen zu werden, egal ob von Freunden, Partnerinnen, etc. wenn ich mich auf einen Menschen eingelassen hatte. Konfrontationen (Probleme, Streitgespräche, Eingestehen von Fehlern) bin ich immer aus dem Weg gegangen, aus Angst gewalttätig oder übergriffig zu werden. Das war nicht förderlich für zwischenmenschliche Beziehungen.

Auch hatte ich depressive Phasen in meinem Leben, die ich versucht hatte, therapeutisch aufzuarbeiten. Erst nach dem Annehmen meines Vaters und dadurch, mich selbst anzunehmen, habe ich es geschafft, das Alles zu ändern. Ich bin nicht gewalttätig, aber ich gehe Problemen und Konfrontationen nicht mehr aus dem Weg. Ich nehme diese Herausforderungen an, stelle mich ihnen und lerne daraus.

Ich war und bin schon immer eher der nach außen fröhliche Typ. Ich war immer der Klassenclown. Heute habe ich aber auch keine Probleme mehr damit zu zeigen, wenn es mir schlecht geht und es bei meinem Gegenüber anzusprechen.

 

 

Wie ist die Beziehung heute zu deinen beiden Eltern?

Der Kontakt zu meiner Mutter ist abgebrochen, nachdem ich ihr erzählt hatte, dass ich Kontakt zu meinem Vater (er war bis dato nur mein Erzeuger) hatte und mich mit ihm ausgesprochen habe. Ich bat sie seinerzeit auch, mich zu unterstützen, da ich mit meiner Tochter das Gleiche nochmal als Vater erlebe. Sie sagte dann zu mir „Ein Kind gehört zur Mutter“, worauf ich ihr sagte, dass ein Kind beide Eltern braucht. Dann kam wieder der Satz: „Du bist wie dein Vater“, woraufhin ich sagte: „Ja das stimmt und das ist gut so.“ Seit dem ist der Kontakt abgebrochen.

Mit meinem Vater telefoniere ich häufiger und besuche ihn so oft es geht, da er knapp 350km weit weg wohnt. Wir haben ein gutes Verhältnis, auch wenn es kein normales Vater-Sohn-Verhältnis ist.

 

 

Was würdest Du dir von der Politik und von den Fachleuten wünschen?

  • Gleichberechtigte Elternschaft auch nach der Trennung der Eltern. Nicht mehr die Unterscheidung in einen „Guten“ (BET) und einen „Schlechten“ (UET) Elternteil. Frühe Intervention bei drohender Eltern-Kind-Entfremdung, Aufbau geeigneter Hilfestrukturen für Trennungseltern, um gemeinsame Elternschaft nach der Trennung leben zu können, zielgerichtete Beratung für gemeinsame Elternschaft, damit die Eltern bei ihren eigenen verletzten Gefühlen, Sorgen und Problemen nicht die Kinder aus dem Fokus verlieren. Kinder lieben immer beide Eltern und wenn sie sich entscheiden müssen, müssen sie sich auch entscheiden, einen Teil von sich selbst auszuklammern.
  • Gleich harte Maßnahmen gegen einen entfremdenden Elternteil, wie bei einer „normalen“ Kindeswohlgefährdung (körperliche Gewalt, Vernachlässigung, etc.), denn wie ich vor Kurzem einen Leiter eines Jugendamtes im Gespräch gesagt hatte: „Wenn die Kinder in letzter Instanz beim entfremdenden Elternteil herausgenommen werden, dann ist das zwar ein sehr schwerer Eingriff in das Leben eines Kindes, aber das Kind würde viel länger, nämlich sein Leben lang, unter der Entfremdung leiden und die Wahrscheinlichkeit, dass es diese Verhalten an die nächste Generation weiter gibt, ist sehr hoch.

Fall 2

Wie alt warst Du damals und woran kannst Du dich erinnern?

Meinen Vater kenne ich nicht, meine Mutter hat sich nicht um uns gekümmert

 

Wie ging es Dir in den Jahren deiner Kindheit, Jugend, Erwachsenenzeit?

Ich war als Kind sehr lieb, später aufsässig, habe viel Ärger gehabt. Es hat mir als Kind immer sehr weh getan, wenn ich Kinder aus einem funktionierenden Elternhaus erlebt habe, später nicht mehr. Meine Mutter will mir bis heute nicht sagen, wer mein Vater ist.

 

Gab es ein Wiedersehen und wie kam das zustande?

Ich bin bei meiner Oma aufgewachsen und hatte immer Kontakt zu meiner Mutter, ich habe immer wieder ihre Nähe gesucht, sie hat mich immer wieder enttäuscht, bis heute.

 

Was glaubst Du, hat es mit Dir gemacht?

Ich habe eigentlich ein gutes Selbstvertrauen und bin auch in meinem Beruf erfolgreich, aber hatte schon mit 30 Jahren einen Herzinfarkt. Ich bin oft sehr impulsiv, dann sehe ich nur noch rot und fühle mich wie ferngesteuert. Das hat mir schon viel Ärger eingebracht.  Manchmal fühle ich mich, als hätte ich keinen Boden unter den Füßen. Ich hatte auch schon Selbstmordgedanken. Meine eigene Ehe ist leider gescheitert, meine Kinder leiden, weil wir schon mehrere Gerichtsverfahren wegen Umgang und Sorgerecht hatten. Polizeieinsatz hatten wir auch schon.

 

Wie ist die Beziehung heute zu deinen beiden Eltern?

Ich besuche meine Mutter sehr selten, aber es ist ja meine Mutter, sie sollte mir sagen, wer mein Vater ist.

 

Was würdest Du dir von der Politik und von den Fachleuten wünschen?

Ich würde mir wünschen, dass Mütter sagen müssen, wer der Vater ihres Kindes ist. Ich weiß nicht, was man besser machen könnte. 


Fall 3

Wie alt warst Du damals und woran kannst Du dich erinnern?

Ich kann mich an Streit nicht erinnern. Ich war zu klein und nach der Trennung haben sie sich nicht vor mir gestritten

 

Wie ging es Dir in den Jahren deiner Kindheit, Jugend, Erwachsenenzeit?

Ich habe meinen Vater oft vermisst, wenn wir uns länger nicht gesehen hatten. Ich war ein braves Kind, vor allem für meine Mutter. Sie hat halt immer schlecht von meinem Vater gesprochen, mit Freunden, Verwandten und Kollegen. Bei mir hat sie eher gelästert. Ich habe nie etwas gesagt. Meine Mutter schien immer gut abgesichert, mein Vater schien einsam.

 

Gab es ein Wiedersehen und wie kam das zustande?

Es gab anfangs immer Kontakt, dann sind wir umgezogen. Das war in den 80ern. Als ich 13 Jahre war, habe ich mit meinem Vater geschrieben.

 

Was glaubst Du, hat es mit Dir gemacht?

Ich habe ein sehr gutes Sozialleben und viele Freunde. Vor einer festen Bindung mit Familie hatte ich Angst. Ich habe immer überlegt, wie das gehen soll, wenn ich heirate, wen ich einladen soll. Was passiert, wenn die Beiden aufeinandertreffen. Wenn ich ein Kind kriege, wer darf es sehen? Meine Eltern sind beide wieder verheiratet. Zu wem soll das Kind Oma und Opa sagen? Wie machen wir es an Weihnachten, dass keiner beleidigt ist? Das hat mich jahrelang beschäftigt.

 

Wie ist die Beziehung heute zu deinen beiden Eltern?

Meine Familie und ich haben heute eine gute Beziehung zu beiden Familien. Meine Kinder haben halt 3 Omas und 3 Opas. Mit meiner Mutter rechne ich allerdings öfters ab., weil sie mich so beeinflusst hat und nicht tolerant war. Sie sagt dann, sie hätte es halt nicht besser gewusst und wollte mich nicht verlieren. Es hätte damals auch kaum Unterstützung oder Beratung für dieses Thema gegeben.

 

Was würdest Du dir von der Politik und von den Fachleuten wünschen?

Dass es von vornherein klar ist, dass nach einer Trennung die Kinder beide Eltern behalten müssen. Dass den Eltern deutlich gemacht wird, was sie da tun, wenn sie die Kinder vom anderen Elternteil fernhalten. Dass die Eltern unterstützt werden, dass sie das auch hinkriegen, damit Kinder nicht bis ins Erwachsenenalter im Konflikt sind.


Fall 4

Wie alt warst Du damals und woran kannst Du dich erinnern?

Ich war 8 Jahre alt, meine Eltern haben sich viel gestritten. Sie haben sich dann einvernehmlich getrennt mit Vertrag und so. Deswegen hatten Jugendamt oder Andere nichts damit zu tun. Meine Großeltern mütterlicherseits haben zu ihrem Kind gehalten und wollten sich nicht einmischen.

 

Wie ging es Dir in den Jahren deiner Kindheit, Jugend, Erwachsenenzeit?

Ich habe meinen Vater nicht vermisst, weil meine Mutter immer gesagt hat, wie blöd er ist, dass er zu wenig Unterhalt bezahlt... Deswegen waren sie auch öfters bei Gericht, nicht wegen mir. Ich hatte regelmäßig Kontakt zu meinem Vater, aber er war mir nicht nah.

 

Gab es ein Wiedersehen und wie kam das zustande?

Wir hatten erst richtige Vater-Sohn-Gespräche, als ich schon erwachsen war. Ich wollte meiner Mutter nicht weh tun und hatte auch Angst vor Konflikten mit ihr.

 

Was glaubst Du, hat es mit Dir gemacht?

Als Kind war ich verhaltensauffällig und hatte wenig Freunde. Ich war oft depressiv, habe mein Studium und eine Ausbildung geschmissen, und mit Mitte Zwanzig noch was Neues angefangen. Vertrauen habe ich nur zu ganz wenigen Menschen, meinen Jähzorn bekämpfe ich mit Sport.

 

Wie ist die Beziehung heute zu deinen beiden Eltern?

Zu meinem Vater habe ich jetzt einen guten Kontakt. Ich rufe ihn an, wenn es mir schlecht geht oder ich Ängste habe. Wir haben viel Vertrauen zueinander. Heute weiß ich, dass er meiner Mutter mehr Geld bezahlt hat, als er musste, und dass er mein Studium voll finanziert hat, obwohl meine Mutter mehrere Häuser hat. Mit meiner Mutter habe ich nicht mehr so viel Kontakt. Komischerweise habe ich immer noch ein Gefühl, als wäre ich meiner Mutter untreu, wenn ich mich bei meinem Vater bin.

 

Was würdest Du dir von der Politik und von den Fachleuten wünschen?

Dass Eltern einfach wissen, dass ein Kind beide Eltern haben will. Auch andere, wie z.B. die Großeltern sollten das wissen. Dass darauf geachtet wird, dass beide Eltern immer noch für das Kind verantwortlich sind, und zum Beispiel beide für bestimmte Sachen unterschreiben müssen. Dass auch Lehrer oder andere Bezugspersonen darauf achten, wenn ein Kind verhaltensauffällig wird. Was aber tun, wenn sie beide Nichts mit Gericht oder Jugendamt zu tun haben wollen? Vater oder Mutter können ja vor Gericht ihr Recht einklagen. Ich nicht. Allein sowieso nicht. 


Fall 5

Wie alt warst Du damals und woran kannst Du dich erinnern?

Ich habe keine bewusste Erinnerung an meinen Vater, so jung war ich. Er war immer nur der «biologische Erzeuger», das Schwein. Ich fand aber mal einen Brief, in dem er schrieb, dass er mich wiedersehen wollte und eine Tante hat mir mal ein Bild geschenkt, bei dem er mich als Säugling auf dem Arm hielt. Ich habe mich dem Väterbashing vollumfänglich angeschlossen.

 

Wie ging es Dir in den Jahren deiner Kindheit, Jugend, Erwachsenenzeit?

Die ersten Jahre, besonders die Grundschule waren schlimm. Meine Mutter ist immer wieder umgezogen, sehr weit, was natürlich immer einen Schulwechsel mit sich brachte. Ich war ein Außenseiter und Mobbingopfer. Dann hatte ich einige gute Jahre auf dem Gymnasium, erst mit dem Abi ging es wieder rapide Berg ab.

 

Gab es ein Wiedersehen und wie kam das zustande?

Mein Vater starb, bevor ich den Wunsch entwickelte, ihn kennenzulernen. Ich weiß so gut wie nichts über meinen Vater. Ich kann meine Mutter auch nicht darauf ansprechen, da ich dann Angstzustände entwickle, wenn ich anders über ihn rede, als ihn zu beschimpfen. Positiv über ihn reden ist gegenüber Mutter unmöglich - davor habe ich massiv Angst. Irgend so eine Psychokacke, die aber kein Psychotherapeut (ich war lange in Therapie) jemals angegangen ist. Elternentfremdung ist einfach keine Sache, die behandelt wird.

 

Was glaubst Du, hat es mit Dir gemacht?

Siehe oben. Über meine persönliche Situation heute und Drogenmissbrauch will ich nicht reden.

 

Wie ist die Beziehung heute zu deinen beiden Eltern?

Einigermaßen gutes Verhältnis zur Mutter.

 

Was würdest Du dir von der Politik und von den Fachleuten wünschen?

Das Eltern-Kind-Entfremdung als Problem wahrgenommen wird. Dass Jugendamt und Familiengerichte eingreifen und allen Elternteilen erklärt wird, dass das nicht toleriert wird. Wer entfremdet, soll das Sorgerecht verlieren, Eltern-Kind-Entfremdung ist Folter und kein Kavaliersdelikt.


Nachrichten von Betroffenen:

23-08-02-16

Manipulation des Kindes durch den Elternteil. Trotz des Wissens, dass der Vater gewalttätig ist, unterstützte das Jugendamt „zum Wohle des Kindes“ die Unterbringung des Kindes beim Vater. Sorgerecht hatten beide Eltern. Trotz der örtlichen Nähe der beiden Eltern geb es keine Hilfe des Jugendamtes für ein Wechselmodell. Einzige Hilfe war die Beratung durch die Caritas zu meinem Verhalten gegenüber dem Kind. Es funktionierte. Nach zwei Jahren war das Kind bei mir. Anderer Elternteil stimmte aus finanziellen Gründen dem Wechselmodell zu. Heute ist das Kind erwachsen: Schlaflosigkeit, die Angst vor Beziehungen. Bei mir sind immer noch gesundheitliche Schäden.

 

13-08-20-37

Familienberatung sagte mir offen: Es ist die Mutter, die den Kontakt nicht wünscht / duldet. Das Verhalten der Mutter spiegelte dies wieder. Die Mutter rastete beispielsweise aus, weil die Familienhilfe und das Kind 30 Min mehr begleiteten Umgang machten. Dabei sagte der Sohn noch: „Mama das sagte ich dir aber.“

Das war das letzte Mal, dass ich meinen Sohn sah. Danach machte er auf stur. Ausraster in der Schule werden auf mich bezogen - ich würde den Jungen unter Druck setzen…

 

05-08-14-50

Meine Stiefkinder sind mittlerweile erwachsen. Der Sohn frisst alles in sich hinein und hat keine eigene Meinung, sondern sagt das, was andere hören wollen.

Die Tochter ist seit Jahren in Therapie wegen ihrer Aggressionen, die Ursache liegt laut Therapeut an dem Verhalten der Mutter: Am Schlechtmachen des Vaters und der permanenten Einmischung in die Beziehung der Kinder zum Vater durch die Mutter.

 

05-08-06-36

Ein Kindesentzug durch Jugendamt, Elternteil, Familiengerichte, Gutachter und Verfahrensbeistände! Der Kampf dauerte jahrelang und das Kind ist mittlerweile volljährig, nicht gesellschaftsfähig und ohne soziale Kompetenz. Danke ans Jugendamt.

 

05-08-10-06

Unser Kind wurde lange Jahre von mir entfremdet. Der Kontakt brach mit 13 Jahren gänzlich ab. Als Mutter war ich letztlich komplett entsorgt. Da der entfremdende Elternteil das Kind psychisch vernachlässigte und durch die jahrelange Entfremdung, entwickelte der Sohn eine Borderline-Persönlichkeitsstörung sowie andere Störungen und landete in einer Wohngruppe für psychisch Kranke.

 

Von dort aus nahm er mit 16 wieder Kontakt zu mir auf und stellte die Lügen des Vaters in Frage. Auf eigenen Wunsch ist mein Sohn mit 17 Jahren nun in meinen Haushalt gewechselt. Er benötigt sehr viel Förderung und Therapie. Gericht musste geteiltes Sorgerecht wieder einsetzen und stimmte Wohnortswechsel zu. Ich hoffe, dass er in einigen Jahren vielleicht ein halbwegs normales Leben wird führen können.

 

05-09-14-29

Trotz aktiver Entfremdung – mit jahrelangem, minimalstem Umgang und einseitigem Kontakt (Post, SMS, Einladungen, Geschenke) – gibt es jetzt im Jugend- und Erwachsenenalter wieder einvernehmliche, gute, nicht immer problemlose Bindung. Zwei von drei Töchtern zeigen deutliche Verhaltensauffälligkeiten und Defizite bzgl. Sozialisation, Selbstbewusstsein, Bindung zum anderen Geschlecht, die sie vermutlich lebenslang beibehalten werden. Als Vater bin ich vom angeblichen Täter zur verantwortungsvollen, anerkannten bis bewunderten Bezugs- und Vertrauensperson geworden. Der Mutter bleibt weiter die Opferrolle vorbehalten. Dass aus den Trennungskindern Trennungseltern werden, ist wahrscheinlich vorgegeben.

 

Wäre nach Trennung und Scheidung durch die Professionen ein einvernehmlicher Umgang ermöglicht worden oder gar das Doppelresidenzmodell, wäre es für alle Beteiligen leichter und zum Vorteil geworden (außer für die "Familienrechtler").

 

Die Abschaffung der Spezies "Familienanwälte" und die Änderung der Familiengerichtsbarkeit von geschlossenen zu öffentlichen Verfahren, würde sehr viel Licht und Gerechtigkeit für betroffene Familien bedeuten.

 

 

 

 

Anmerkung von Papa Mama Auch-Expertin Dr. Charlotte Michel-Biegel:

Es fällt oft auf, dass Betroffene „Fachausdrücke“ benutzen, oder sich ähnlich ausdrücken. Das liegt daran, dass Viele in ihrer jahrelangen Suche Kontakte mit Gleichgesinnten hatten und aktiv werden. In erschreckendem Maße befassen sie sich jahrelang mit ihrer eigenen Situation, mit Beschwerden an Behörden, mit Wissen über Gesetze und Paragraphen, sodass ihre Problematik ihr Leben dominiert und ihr Sozial- und Arbeitsleben beeinflusst und einschränkt.

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